Das unspektakuläre Leben der Janda Y.


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und wenn wir schon bei alten Geschichten sind... Teil 2

... dann kann man die noch älteren alten Geschichten ja auch gleich niederschreiben.. die Namen sind im übrigen rein zufällig gewählt, mit augenzwinkerndem Gruß an Frau Dr. B.

Janda starrte ungläubig auf ihren Posteingang. Nein, es konnte nicht sein und doch, die Buchstaben logen nicht. Sie konnte es schwarz auf weiß lesen. ‚Business Friends’ schickte eine Mail, eindeutiger konnte es nicht sein „Sie haben eine neue Nachricht von Frank B.“ Zum Lesen der Nachricht einfach den beigefügten Link anklicken. Janda überlegte. Er hatte ihr Leben schon einmal völlig durcheinandergewirbelt. Wie ein Sturm war er damals in ihr Leben getreten. Er kam, sah und siegte, wobei sie letztlich die Verliererin war, oder doch nicht? Sie war damals glücklich und zufrieden, hatte gerade ihr Leben und ihre Beziehung nach einer mittelschweren Krise neu sortiert, hatte erkannt, daß Liebe gehegt und gepflegt werden mußte und daß es völlig normal war, daß nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung (es war ihre erste „richtige“ gewesen) die Leidenschaft und die Begeisterung nachläßt und hatte ihre Beziehung mit einem Feuer verglichen, mit dem man sorgsam umgehen mußte, damit es nicht ausging, dem man aber nicht zuviel Holz zugeben durfte, damit es nicht erstickte. Frühere Beziehungen hatten einem Strohfeuer geglichen, das kurz und leidenschaftlich hoch aufflammte und recht schnell wieder ausging bis nur noch ein schwaches Glimmen übrig war, das aber nicht wieder zu entfachen war. Aber jetzt? Jetzt hatte sie alles im Griff und die richtige Menge Holz aufgelegt und auch ihr Partner wußte, wie man Feuer am brennen hält und tat sein möglichstes dazu sie nicht mit seiner Liebe zu ersticken. Alles lief bestens. Und dann kam eines Tages Frank in ihr Leben. Er war einfach da. Besuchte nach den Semesterferien plötzlich die gleichen Kurse wie sie und brachte alles völlig durcheinander. Sie ging die Treppen hoch in den Vorlesungsraum, begrüßte ihre Kommilitonen und da stand er einfach. Er stand da und sie konnte ihre Augen nicht von ihm lassen. Sie fühlte sich wie 13, bekam Herzklopfen und fing an zu zittern. Armin unterhielt sich mit ihm, begrüßte Janda freudig und stellte sie einander vor. „Janda, das ist Frank, er kommt von der Uni bla bla bla und ist jetzt bei uns in der Semestergruppe“ Janda verstand kein Wort, bekam nur ein kurzes „hallo“ heraus, lief rot an und ging in den Vorlesungsraum und suchte sich einen Platz. Von der Vorlesung hatte sie so gut wie nichts mitbekommen. Er saß 3 Reihen vor ihr und schrieb aufmerksam mit. Janda saß da, starrte auf ihren Ordner und versuchte dem zu folgen, was der Dozent erzählte. Sie war völlig durcheinander. Wann war sie das letzte mal rotgeworden? Wann hatte sie das letzte mal Schweißausbrüche bekommen, wann hatte sie sich das letzte mal so gefühlt, wie sie sich fühlte? Hatte sie dieses Gefühl überhaupt schon einmal gehabt? Wie fühlte sich das Feuer ihrer Beziehung an? Sie fühlte, es war Sturm aufgekommen, ein Sturm, wie sie ihn nicht kannte und der Sturm wirbelte gerade ihr Leben völlig durcheinander. Der Sturm hatte sofort Kurs auf ihr Feuer genommen und bedrohte es massiv. Ein Sturm wie er stürmischer nicht sein konnte. Ihre gerade geordnete Beziehung zu Karl, was würde sein, wie sollte das weitergehen, wird es überhaupt weitergehen? Warum war er ausgerechnet in ihre Semestergruppe gekommen? Warum sah er nur so verdammt gut und sympathisch aus? Warum hatte er genau diesen Akzent, den sie so wunderschön melodisch und sogar ein bißchen erregend fand? Sie betrachtete seinen Hinterkopf, sah die akkurat geschnittenen Haare im Nacken und am Hinterkopf und stellte sich gerade vor, wie es sich wohl anfühlen würde, diese zu streicheln und den Nacken zu küssen. Karin neben ihr riß sie aus ihren Träumen „Hey, wie findest du den Neuen? Schnuckelig, oder?“ Janda flüsterte scheinbar uninteressiert zurück „ja, ganz nett, oder?“ „Das ist bestimmt der jüngste Professor der ganzen FH, oder? Ich hab ihn vorhin im Fahrstuhl angesprochen und ihn gefragt, ob er auch in Raum 411 zur Vorlesung beim neuen Prof geht. Er hat grinsend bejaht und als er vorhin vorne stehenblieb ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht. Was mach ich denn nun bloß? Das ist doch superpeinlich, oder?“ Oh Gott, Janda verstand plötzlich, was Karin meinte, den neuen Prof, nicht den neuen Kommilitonen. Sie war spürbar erleichtert, nahm sich aber nun vor, den Worten von Herrn Professor Richter zu lauschen und nicht mehr ihren Gedanken nachzuhängen.

 

In den nächsten Tagen und Wochen suchte sie unauffällig seine Nähe, unterhielt sich mit ihm und sie lachten zusammen über die gleichen Witze, gingen mit der gleichen Clique zum Mittagessen und verbrachten einige Zeit miteinander. Janda schwebte wie auf Wolken. Sie spürte die schwache Glut des Feuers ihrer Beziehung zu Karl, das zum nicht-wieder-entflammbarem Ausgehen- verurteilt war und nun  wohl nicht mehr zu retten war.. Janda wußte, wenn sie fähig war, so zu fühlen, dann konnten die Gefühle für Karl nicht echt und rettenswert sein. Wie wenig unauffällig sie sich benahm merkte sie spätestens, als Armin sie ansprach und meinte, „du weißt schon, daß Frank eine Freundin zuhause in Augsburg hat – und du wohnst doch auch mit deinem Freund zusammen, oder?“ „Ja und?“ gab sie zur Antwort, Armin grinste nur und es war deutlich zu sehen, daß er über ihr inneres Bescheid wußte, wahrscheinlich konnte die ganze FH in ihr lesen wie in einem offenen Buch und wartete nun darauf, wann „Es“ offiziell werden würde.

 

Janda überlegte, sich eine eigene Wohnung zu suchen oder alternativ zurück zu ihren Eltern zu ziehen. Zu den Eltern zurück? Was für ein Rückschritt, zurück in die Abhängigkeit und Kontrolle der Eltern? Und wohin? Hatten ihre Eltern doch nach ihrem Auszug vor 4 Jahren ihr ehemaliges Zimmer in eine Rumpel- und Abstellkammer verwandelt, in dem zwar noch ein Bett stand, da sie ab und zu dort übernachtete, aber das wäre kein Leben und die wesentlich weitere Fahrerei zu den Vorlesungen auch keine Alternative.

 
 

4 Wochen später küßten sie sich zum ersten Mal und dann wurden sie ein Paar. Karl wußte nichts davon, obwohl er sicherlich auch spürte, daß nichts mehr so war, wie vorher. Janda und Frank verabredeten sich in der Stadt mit den anderen aus der Clique zum Semestergruppentreff und da er sehr zentrumsnah wohnte, (und sie natürlich nicht wußte, WO die ausgewählte Kneipe war, in der man sich treffen wollte) war es nur natürlich (und natürlich eine prima Ausrede), daß sie ihn abholte, ihr Auto dort abstellte und sie zusammen zu Fuß loszogen. Nach diesem Abend war nichts mehr wie vorher. Hatte sie in der Bar gezielt Distanz gesucht, um den Schein zu wahren. so hatte sie sich für den heutigen Abend vorgenommen, herauszufinden, ob die Gefühle echt waren. Frank brachte sie zu ihrem Auto. Sie blieb plötzlich stehen, sah in an und sagte „Frank, es gibt etwas, was ich schon sehr lange tun möchte!“ Er sagte „ja? was denn?“ „ich möchte dich gerne küssen“, Sie begann mit einem sehr schüchternen, zarten Kuß auf seine Lippen, legte ihre Arme um seinen Hals und berührte die kurzgeschorenen Haare im Nacken. Sie fühlten sich genauso weich und zart an, wie sie es sich bereits am ersten Tag vorgestellt hatte. Er küßte zurück, und wie er küßte. Leicht öffneten sich ihre Lippen, er legte seine Arme um sie hielt sie fest, daß man glauben konnte, er würde sie nie wieder loslassen.

Janda riskierte viel, sie wußte es, aber sie spürte auch, daß wenn sie Gefühle fühlen konnte, wie sie sie nun fühlte, konnte ihre Beziehung zu Karl nur noch zum endgültigen Ausgehen verurteilt sein. „That was a beautiful picture“, plötzlich wurden sie aus ihrem Kuß, ihrem Traum gerissen... „That was a beautiful picture” sagte ein vorbei kommender Passant, offensichtlich ein amerikanischer Soldat, der in der Nähe stationiert war. Er grinste von einem Ohr zum anderen. Janda und Frank schauten sich tief in die Augen und küßten sich zum Abschied erneut. In diesem Kuß lag ein Versprechen, etwas unglaublich tiefes, etwas, was Janda vorher nie gefühlt hatte.

16.11.09 23:43
 
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